Schaftstiefel

Junge Frau mit modischen Stiefeln und HandtascheGanz gleich ob modisch elegant, derb und zweckmäßig, wetterfest oder einfach nur wärmendes Schuhwerk und Schutz für den Winter, der Schaftstiefel ist als begehrtes „Kleidungsstück“ für den Fuß grundsätzlich unverzichtbar.

Zwischen Schaftstiefeln und ganz normalen Schuhen gibt es also definitiv einige sichtbare Unterschiede. So reicht der Halbschuh beispielsweise maximal bis zur Fußbeuge, der Schaftstiefel allerdings ist ein Schuh, der mindestens bis über den Knöchel reicht. Wir kennen diese „Kurzstiefel“ auch unter der Bezeichnung Stiefeletten. Sehr lange Schaftstiefel reichen sogar noch viel höher und schließen die gesamte Wade ein. Der Stiefel teilt sich damit so zusagen in zwei maßgebliche Teile, den Fußteil und das nach oben reichende Rohr oder den Schaft.
Um die technische Bezeichnung „Schaftstiefel“ zu erhalten, muss der Schuh allerdings eine minimale Schafthöhe von etwa 80% der Schuhlänge, gemessen zwischen Absatzoberkante und Schaftabschlusskante, besitzen. Die Art der Fertigung, das Modell, die Absatzhöhe oder die Besohlung sind allerdings für die Bezeichnung „boot“ oder „Schaftstiefel“ völlig unerheblich. Verschiedene Arten und Modelle kennzeichnen lediglich die unterschiedliche und ständig wechselnde Mode je nach gerade bestehenden Trend und natürlich den Anwendungsbereich.
Heutzutage ist der Damenstiefel mehr als nur eine zweckerfüllende Schuhform. In jeder Saison wird der Damenstiefel in Design und Optik neu erfunden. Was bleibt sind die hohen Schäfte.

Schaftstiefel – modische Aspekte und Bequemlichkeit

Doch neben aller technischen Ausführung und hoch wissenschaftlicher Definition, die Hauptsache ist bei aller Schuh- und Stiefelmode gilt, dass sich unsere Füße darin wohl fühlen. Den wenigsten ist nämlich tatsächlich bekannt, dass beinahe jeder zweite Schuh oder Stiefel, der im Handel erhältlich ist, den Füßen Stress bereitet und somit ungesund ist – tatsächlich!
Dabei betrifft dieses Manko Damenstiefel noch wesentlich häufiger als Schaftstiefel für Herren. Der Grund dafür ist hauptsächlich darin zu suchen, dass Herrenstiefel keine super hohen Absätze haben und Männer auch seltener dem Wahn verfallen, sich in einen Stiefel zu zwängen, nur weil das Modell gerade Mode ist aber ja eigentlich überhaupt nicht passt.
Den Schuhkauf, ob Stiefel oder ganz normaler Schuh, sollte neben dem sicher wichtigen modischem Aspekt, zu allererst im Zeichen der Bequemlichkeit stehen. Denn unbequemes Schuhwerk bereitet nicht nur „Fußstress“ sondern gefährdet auch die Gesundheit allgemein. Hier sollten Schaftstiefel und auch Schuhe neben einer guten Passform möglichst auch noch atmungsaktiv sein. Schlechte Schuhe und Stiefel können bei „modegeplagten Füßen“ durchaus Fußpilz, die Verkürzung der Sehnen und unliebsame Durchblutungsstörungen zur Folge haben. Derartige „Modeschäden“ sind später nur sehr schwer wieder in den Griff zu bekommen.
Ein Paar dunkelbraune Lederstiefel mit hohem SchaftHellbraune Schaftstiefel aus LederEin Paar Schaftstiefel, Leder, braun
Die Bedeutung der Schaftstiefel in der Mode
Neben zahlreichen unterschiedlichen Merkmalen unterscheidet man bei den verschiedenen Stiefelmoden zunächst einmal grundsätzlich Damenstiefel und Schaftstiefel für Herren. Hier liegen die Unterschiede bereits in der Leistenform und ihre Absatzhöhe.
Grundsätzlich weisen Schaftstiefel und auch Stiefeletten gegen über ihren Verwandten, den ganz normalen Schuhen, natürlich einige unübersehbare Besonderheiten auf. Der Schaft sollte der Bequemlichkeit wegen eher eng am Fußrist anliegen um ein komfortables Gehen zu ermöglichen. Die Enge des Stiefels hängt allerdings auch davon ab, ob es sich um einen so genannten Schlupfstiefel ohne Schnür-, Riemen- oder Reißverschluss handelt oder nicht. Der Schlupfstiefel benötigt nämlich ein gewisses Maß an Weite um problemlos an- und ausgezogen werden zu können.
Gelegentlich kommt es auch vor, dass einige ganz besondere Stiefelmodelle für Damen besonders auf Männern sehr anziehend wirken. Das trifft hauptsächlich auf Schaftstiefel zu, die teilweise bis weit über die Knie reichen. Diese Langstiefel bezeichnet man auch als „Overknees“. Sie werden meist aus Lackleder oder Latex gefertigt und sind mit Plateausohle oder extrem hohen Absätzen ein sehr begehrtes Fetischobjekt.
Viele andere Damenstiefelmodelle unterscheiden sich lediglich durch ihre unterschiedliche Leistenform. Egal ob Stretchstiefel, Schnürstiefel, Motorrad- oder Bikerstiefel, Over- oder Underkneestiefel, mit hohem oder flachem Absatz und noch vieles mehr, die Mode und die Modellvielfalt ist heute beinahe grenzenlos.
Natürlich sind je nach Verwendungszweck auch die Materialien sehr unterschiedlich und reichen von PVC oder natürlichem Kautschuk über Leder sogar bis zu Holz, Filz und Fell.
Die Holzstiefel, die auch Clog-Stiefel genannt werden, haben eine gänzlich aus Holz gefertigte Sohle.
Am häufigsten werden Schaftstiefel allerdings ab dem Übergang von der warmen zur kalten Jahreszeit und darüber hinaus getragen, um der Herausforderung des kalten und wechselhaften Wetters zu begegnen. Mit dem passenden Stiefel verlieren Regen, Wind oder Schnee nämlich sehr schnell ihren Schrecken und machen den Tag wieder schön.
Ob nun langer Schaftstiefel oder Stiefelette – wenn es im Winter kalt ist sollte man unbedingt darauf achten, dass die Schuhe ausreichend gefüttert sind. Am besten eignen sich hier Schaf- oder Lammfell. Es hält die Füße warm und trocken.
In der Schuh- und Stiefelmode sind den meisten sicher die sehr robusten Schnürstiefel bekannt, die manchmal irrtümlich auch als „Springerstiefel“ bezeichnet werden, eigentlich Sicherheitsschuhe sind und den berüchtigten Kampfstiefeln sehr ähnlich sind. Ursprünglich sollten diese Stiefel das Sprunggelenk der Fallschirmspringer schützen, heute werden sie allerdings eher den Anhängern der Metalszene, den Punks und den Skinheads zugeordnet.

Die Geschichte der Schaftstiefel

Schaftstiefel aus dem 18. JahrhundertDie Geschichte der Schaftstiefel reicht schon einige Jahrtausende zurück. Die wohl ältesten Zeugnisse begegnen uns bereits 15.000 bis 13.000 v. Chr. auf alten, historischen Wandmalereien in der Altamira-Höhle in Spanien.
Die ersten wirklichen Stiefelträger der Geschichte waren nachweislich offenbar Soldaten, Wanderer, Bergsteiger oder Menschen, die im beruflichen Einsatz besondere Sicherheitsstiefel benötigen, wie etwa Feuerwehrleute, Waldarbeiter oder ähnliche Gewerke.
Auch in der Frühgeschichte Griechenlands und in Rom spielen stiefelartige Schuhe zumindest bei großen Persönlichkeiten eine herausragende Rolle. Dabei gab es in der Mode zwischen Männern und Frauen kaum nennenswerte Unterschiede. Lediglich die Schnürungen waren unterschiedlich.
Erst im 12. und 13. Jahrhundert kamen Schuhe und Stiefel mit Absätzen auf, hauptsächlich Reitstiefel waren davon betroffen. Damit sollte offenbar das Herausrutschen aus den Steigbügeln verhindert werden. Nachfolgend, im 14. Jahrhundert, kamen die Knopfstiefel in Mode. Sie bestanden im Wesentlichen aus einem Stück und hatten einen Schlitz am Rist, zur besseren Verstellbarkeit. Doch neben aller Funktionalität trat nun auch der modische Schönheitsaspekt immer mehr in den Vordergrund, was sich durch reichliche Verzierungen und Schmuck äußerte. Neben edlem Leder wurden auch Materialien wie Samt und Seide verarbeitet.
Im Verlauf der folgenden Jahrhunderte gab der Schaftstiefel seine Funktion als reiner Zweckschuh auf und erlebte eine herausragende Renaissance als Accessoire in der Männerschuhmode. Aber auch Frauen trugen reich verzierte sehr hohe Plateau-Schuhe, die mit Sicherheit alles andere als bequem waren. Die absolute „Kitschkrönung“ trat allerdings erst im 18. Jahrhundert zu Tage, denn in Punkto Verzierung und Kunst ist das Zeitalter des Barock absolut nicht zu übertreffen und einmalig.
Die industrielle Schuh- und Stiefelfertigung erlebte nachfolgend eine regelrechte Revolution. Sinkende Preisen in Folge von Massenanfertigungen sorgten nun dafür, dass sich auch der „kleine Mann“ auf der Straße Schuhe und Stiefel leisten konnte.
Nun trennten sich auch die modischen und funktionalen Aspekte zwischen Damen- und Herrenschuhen und die weibliche Mode wurde wesentlich fantasievoller und ausgefallener.
Bis heute hat die Stiefelmode viele Veränderungen erlebt und neben unvergänglichen klassischen Varianten auch kühles, schlichtes Design, wilden Punk oder poppiges Bunt hervorgebracht. Mit Beginn der Discowelle in den 80er Jahren erlebten die Plateau-Stiefel ihr zweites Comeback und prägten eine unvergessliche Epoche.
Grundsätzlich galt der Schaftstiefel jedoch zu allen Zeiten als Beinkleid mit mechanischer und auch thermischer Schutzfunktion für die Arbeit, die Freizeit und den Sport. Bis heute gibt es Sportarten, die das Tragen von Schaftstiefeln nötig machen. Hierzu gehören beispielsweise Reiter, Skiläufer oder Boxer. Für einige Arbeiten werden unter anderem auch Gummistiefel benötigt um die Füße sicher und vor allem trocken zu halten. Neben aller Alltagstauglichkeit und dem wichtigen Sicherheitsaspekt müssen Stiefel aller Art heute fast ausschließlich nur noch modisch sein. Dabei sind natürlich Frauen viel stärker vom Modeeinfluss betroffen als Männer. Dementsprechend größer ist natürlich auch die Auswahl und Vielfalt an Damenschaftstiefeln.

Varianten des Schaftstiefels

Es gibt heute zahlreiche Designer die, neben der Massenproduktion, auch ganz exklusive Mode in Sachen Schaftstiefel und Stiefeletten kreieren, denn – Stiefel machen schöne Beine – sagt man.
Diesen Herbst und Winter beispielsweise bringt wieder beinahe alles auf den Markt. Reich verzierte und gesteppte Schaftstiefel mit hohen Absätzen, Stickereien und Schnallen für die modebewusste Dame dominieren dabei in gedeckten Farben wie Grau, Schwarz und Braun.
Wichtig sind natürlich auch verschiedene Schaftweiten zur individuellen Anpassung an die eigene Wadenstärke.
Trendige Krokomuster und aufwendige Verschlüsse sind im aktuellen Stiefeldesign wieder gefragt. Hier hat auch beinahe jeder Schuhdesigner seine ganz persönliche Note.
Doch auch an ganz funktionelle Stiefel, wie etwa Motorradstiefel, werden neben einem angemessenen Design hohe Anforderungen gestellt. Sie sollten auf jeden Fall verstellbar und atmungsaktiv sein und dem Fuß besonderen Halt geben und zahlreiche Schutzfunktionen übernehmen. Besonders gefragt sind hier zum Beispiel die sehr robusten Buffalo-Bikerstiefel mit einer doppelten Ledersohle. Sie sind meist aus sehr robustem Rindsleder und halten so einiges aus.
Wanderstiefel sind ebenfalls sehr begehrt und in der winterfreien Zeit ein absolutes „Muss“ zum Wandern und Laufen für lange Strecken mit einer entsprechend hohen Belastbarkeit und zusätzlicher Rutschfestigkeit.
Besonders wetterfest und hoch aktuell sind immer wieder die so genannten „Gummi Stiefel“. Sie sind in vielen modischen Farben auf dem Markt und der Renner unter den Wetterstiefeln schlechthin. Sie werden meist aus echtem Naturkautschuk oder gelegentlich aus PVC gefertigt und sind besonders robust. Sie sind zudem absolut wasserdicht und werden als Regenschutz oder spezielle Berufsbekleidung getragen. Natürlich sind sie ihres Materials wegen auch sehr leicht zu reinigen.
Mittlerweile sind auch Gummistiefel zum Modeartikel geworden mit unterschiedlich hohen Absätzen oder gar im Stil der Westernstiefel.
Gummistiefel sind unisex, können also von Männern und Frauen gleichermaßen getragen werden.

Kommen wir noch einmal zu den hochschaftigen Overknee-Stiefeln. Ihre Geschichte begann etwa Mitte der 70er Jahre und wird natürlich immer noch vorwiegend zu Miniröcken oder Hotpants getragen. Sie werden ihrer Form wegen auch vielfach als „Kürassier- oder Musketierstiefel“ bezeichnet. Es gibt sie sowohl flach, als auch mit halb oder ganz hohen Absätzen unterschiedlicher Form und Stärke.
Noch ein recht verrücktes sommerliches Stiefelphänomen hat schon mehrfach die Modewelt zum Staunen gebracht – die Stiefelsandale. Ihre Geschichte beginnt bereits in der Römerzeit. Dabei reichen die Riemen der Sandalen weit bis über den Knöchel hinauf.
Heute sind diese Schuhe immer noch sehr modern und sind ebenfalls mit unterschiedlichen Absatzhöhen zu haben.
Stiefeletten
Klassische StiefeletteDie Geschichte der kurzschaftigen Stiefeletten, der kleinen Schwester des Stiefels, ist wesentlich jünger als die des hohen Schaftstiefels. Dem Wort nach bezeichnet man damit einen eleganten Stiefel mit einem seitlichen Elastikeinsatz, der den Einschlupferleichtert und den Stiefel am Fuß festhält.
Stiefeletten gibt es allerdings ebenso als Knöchel hohen Schnürstiefel oder mit bequemem Reißverschluss.
Ihren Durchbruch erreichte die Stiefelette in den 60er Jahren mit dem Aufkommen der „Beatle-Stiefelette“ und den modernen und trendigen Cowboy- und Westernstiefeln. Die Westernstiefel sind oftmals mit sehr aufwendigen Stickereien und Ziernähten versehen und laufen nach vorn ziemlich spitz aus. In der Regel werden sie unter den Hosen getragen, so dass die Beine der Jeans nicht zu eng geschnitten sein dürfen.
Der endgültige Siegeszug der kurzen Stiefelette vollzog sich aber erst in den 1980er Jahren. Diese sehr edlen, eher weiblichen Stiefelformen sind in jeder Beziehung ausgesprochen vorteilhaft, denn sie geben dem Knöchel besseren Halt, sind wesentlich bequemer als hohe Schaftstiefel, sehen meist auch eleganter und modischer aus und sind zudem wärmer und stabilisierender als ganz normale Halbschuhe. Mit der Stiefelette liegt man so zusagen bis zu den Zehenspitzen voll im Trend.
In unserer modernen Zeit werden Stiefeletten sowohl von Frauen als auch von Männern gleichermaßen gern getragen. Ihr meist kurzer, enger Schaft verschwindet dabei mühelos unter etwas weiteren Hosen. Damen tragen hier allerdings lieber eher Modelle mit höherem Absatz, jung, frech und feminin, in Kombination mit kurzem Rock und blickdichten Strümpfen.
Stiefelette mit FellDie Materialien sind ebenso vielfältig wie die ständig wechselnde Mode dieser beliebten Schuhe. Im Winter, bei Schnee und Eis empfiehlt sich natürlich ein Lederschuh mit entsprechend warmer Fütterung. Auch Velours- oder Wildleder liegen voll im Trend. Diese Materialien sind, entgegen so mancher anderen Meinung, nicht pflegeintensiver als die meisten anderen Materialien auch.
Obwohl diese Stiefelart bei entsprechender Verarbeitung und Form auch von Männern getragen werden kann, sind die femininen, verspielten Ausführungen mit spitzem hohen oder kurzen Absatz, diversen Applikationen, Schnallen, Schlaufen, Schleifen oder Überwürfen doch in der Überzahl.
Dem modernen Kauf- und Konsumverhalten folgend, ist es heute natürlich keine Seltenheit mehr, die riesige Schaftstiefel- und Stiefelettenauswahl in den zahlreichen eShops im Internet bequem vom heimischen Sofa aus auszuwählen, zu bestellen und zu kaufen. Das ist wirklich ein Kinderspiel! Wenn die Stiefel nicht gefallen oder passen, kann man sie auch problemlos wieder zurücksenden und noch mal von vorn beginnen.